Wenn Königinnen das Zepter kurzfristig abgeben.

Was soll ich sagen – ich liebe Queen. Schon seit vielen Jahren begleitet mich die Band durch schwere Lebensphasen, aber auch durch die besonders tollen. Gut, dass es vielen Menschen so geht – deshalb haben wir auch die Chance, immer wieder über eine Reportage der Band zu stolpern, wenn wir gerade nicht aktiv an die Musiker denken.
So ging es mir in den letzten Tagen: Der „DAY OF ROCK“ auf ORF3 hat mich bis spät in die Abendstunden gefesselt. Und bei einer Aussage von Brian May bin ich dann doppelt hängengeblieben: Bei einem Konzert in Birmingham, bei dem das Publikum massiv mitsang, hatten er und Freddie Mercury das Bedürfnis, die Lautstärke zu erhöhen, um vom Publikum noch gehört zu werden. Sie stellten aber beim Review des Konzertes fest, dass sie diese Beteiligung des Publikums nicht mit Lautstärke bekämpfen, sondern diese zum Teil der Show machen sollten. May beschreibt das als Wechsel zu einem „two-way process“ zwischen Band und Publikum.
Wenn man sich die Songs von Queen durch den Kopf gehen lässt, fallen einem sofort zwei ein, die genau dieser Systematik entsprechen: We Are the Champions und We Will Rock You.
May sagte in der Reportage auch, dass er selbst überlegte, was ein dicht gedrängtes Publikum überhaupt gemeinsam tun könne: stampfen, klatschen, einen einfachen Chant singen. Genau dadurch wurde die Show zu einer Sache des Publikums wie auch der Band.
Ob sich ein Teil der Popularität der Band so begründen lässt, ist eine Hypothese. Aber was unbestritten der Fall ist: Das Publikum zu einem Teil der Show zu machen – nachdem man sich zuvor überlegt hat, was möglich ist – ist ein Erfolgsfaktor, der nicht zu unterschätzen ist.
Und das Grandiose daran: Das gelingt nicht nur Queen, sondern auch jedem Unternehmer, der bereit ist, mit seiner Community gemeinsam am Produkt, am Erlebnis, am Erfolg zu arbeiten.
Ursprünglich auf LinkedIn veröffentlicht
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